Samstag, 1. März 2014

Lemon Curd - DIE Zitronencreme!

Passiert es Dir auch regelmäßig, dass Du Zitronensaft übrig hast, weil Du nur die Schale brauchst, den Saft aber nicht? Mir bleibt regelmäßig über ein paar Wochen mindestens ein halber Liter Saft über. Da ich nichts wegwerfen mag, presse ich die abgeriebenen Zitronen immer aus und friere den Saft ein, wenn ich im Moment keine Verwendung für ihn habe. Noch dazu weil ich im Winter eigene Früchte von meinem Zitronenbäumchen ernten und verwenden kann, die nicht nur ungespritzt, sondern auch ungewachst sind. Mehr BIO geht gar nicht mehr!

Zum Einfrieren nehme ich vorsorglich gleich ein etwas größeres Gefriergefäß, weil ich zum bereits eingefrorenen Saft immer wieder neuen Saft hinzufüge und das Ganze dann erneut einfriere. Ich sammle also anfallenden Saft, bis ich z. B. wieder "Lemon Curd" damit zubereite. Diese süß-säuerliche Zitronencreme mit puddingartiger Konsistenz kannst Du als leckeren Brotaufstrich ähnlich einer Marmelade verwenden oder aber zum Backen. Klassischerweise für "Lemon Meringue Pie" (Zitronentarte mit Baiserhaube), aber auch für Muffins. Die Creme wird in England traditionell beim Nachmittagstee zu Scones gereicht.


Lemon Curd Rezepte gibt es im Internet wie Sand am Meer, ich habe es somit hier auch nicht neu erfunden ;-) aber ich wollte dir die Creme gerne als eine Art "Resteverwertung" von übriggebliebenem Zitronensaft näher bringen.

Für das Rezept verwendet man auch Zitronen-Abrieb, um mehr Aroma in der Creme zu haben. Falls ich nur aufgetauten oder gekauften Zitronensaft habe, besorge ich je nach geplanter Menge Lemon Curd zusätzlich noch 1 oder 2 frische Bio-Zitronen und reibe diese ab, um Schale zu haben. Den Saft dieser 1 - 2 Zitronen gebe ich dann natürlich auch noch mit zum aufgetauten Saft ...

Die Zutaten für das Grundrezept sind pro 50 ml Saft ausgerechnet, denn eine normalgroße Zitrone hat im Schnitt ca. 50 ml Saft. Pro 50 ml Saft wird ein Ei (Größe M) gerechnet usw.. Ab 3 - 4 Zitronen bzw. 150 bis 200 ml Saft rentiert es sich meiner Meinung nach, Lemon Curd zu kochen. Das gibt dann ca. 300 bis 400 g fertige Creme.

Lass also den eingefrorenen Zitronensaft auftauen ...


... oder presse frische Zitronen aus oder kaufe Zitronensaft in der Flasche, wenn Du keine auspressen magst. Reibe von 1 - 2 Bio-Zitronen die Schale ab und presse sie aus, gib diesen Saft noch zum übrigen Saft. (Im Idealfall presst Du einige frische Bio-Zitronen aus und verwendest dann den Abrieb von mindestens der Hälfte der Zitronen)

Messe den (aufgetauten/frischen) Saft ab. Teile die Saftmenge dann durch 50 (ml) und Du weißt, wieviel Du von den anderen Zutaten brauchst. Hast Du z. B. 450 ml Zitronensaft : 50 ml ergibt sich der Faktor 9. Dann brauchst Du für Dein Lemon Curd 9 x die untenstehenden Zutaten. Alles klar? (Diese Menge habe ich für dieses Rezept gekocht, es ergab knapp 6 Gläser mit 200 ml Inhalt)

Grundrezept für Lemon Curd

50 ml Zitronensaft (alternativ Limettensaft)
Abrieb von 1/2 Bio-Zitrone
1 gestrichener !!! TL Speisestärke (glutenfrei sind Mais-, Kartoffel- oder Reisstärke)
50 g Zucker
25 g Butter
1 Ei

Und so geht's:

Vermenge den kalten Zitronensaft mit dem Zucker und der Speisestärke in einem Topf und bringe alles zum Kochen, sobald keine Klümpchen von der Speisestärke mehr zu sehen sind.



Ziehe den Topf von der heißen Platte und rühre die Butter Stück für Stück unter.


Verquirle die Eier in einer separaten Schüssel ...


... und gieße sie unter Rühren unter die Zitronen-Butter-Masse (Topf immer noch nicht zurück auf der heißen Platte!)


Stelle jetzt den Topf wieder auf die Herdplatte und erhitze alles bei nicht zu starker Hitze bis kurz vor den Kochpunkt, rühre dabei laufend um. Lass die Masse auf keinen Fall aufkochen, damit das Ei nicht gerinnt!!! Die Masse wird nun immer dicker, ähnlich einem Pudding.


Wenn die Spuren des Schneebesens nicht mehr verlaufen, kannst Du die Zitronencreme in kleinere Gläser abfüllen oder auch nach Belieben sofort weiterverwenden.




Die Creme hält ca. 2 Wochen im Kühlschrank, ein Glas bleibt bei uns dann immer für's Frühstück im Kühlschrank und wird schnell verbraucht, der Rest wird auf Vorrat eingefroren. Das klappt prima. Ich fülle mir z. B. gleich 400 g Lemon Curd in eine Gefrierdose ab und habe so schnell die Füllung für eine Tarte.

In unserem Freundeskreis ist ein Gläschen vom Lemon Curd immer ein gern gesehenes Mitbringsel.

Wie wär's, Lust auf ein Brötchen mit Lemon Curd? Mmmmh ....


Kommentare:

  1. Reiner Zitronensaft gibt nicht viel her,
    im Lemon Curd wird daraus mehr.
    So wunderbar gelb, so cremig zart,
    dass gibt's nur nach Barafras Art!

    Das Rezept ist gar nicht schwer und gut,
    der Kochbegabte braucht nur etwas Mut.
    Das Ergebnis wird ihn glücklich machen,
    seht – Barafra ist auch schon froh am lachen!

    So sei es einmal mehr gesagt,
    lies diesen Blog und sei unverzagt.
    Mit dem ganzen Wissen hier bist Du fein raus,
    es hält den Genuss fest – auch in Deinem Haus!

    Ein Kompliment hin und wieder, das kann nicht schaden,
    muss ja nicht in schnöde Lobhudelei ausarten.
    Nun bin ich auch schon wirklich still,
    obwohl ich gern noch mehr hier sagen will.

    Herzlichst,
    Michael

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    1. Ohne Worte, lieber Michael, wow, Du überraschst mich wirklich immer wieder auf's Neue :-)
      Vielen, vielen Dank für das reizende Gedicht <3
      Ganz liebe Grüße
      Barbara

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  2. Questa crema è buonissima e bellissima di colore.
    Una bella idea, quella di conservare il limone. grazie del consiglio.
    Ti rubo un vasetto!!!
    Bellissima la presentazione.
    Buona domenica.
    inco

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    1. Cara Inco,
      volentieri, per favore, prende un vasetto e godi :-)
      Saluti Barbara <3

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  3. schließe mich an, was für eine schöne Farbe!
    Ich probiere ja gern verschiedene Curds aus und könnte mich in alle reinlegen... so eine gr. Menge habe ich noch nicht gemacht,
    lg

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    1. Liebe Friederike,
      ja, die Cremes haben einen hohen Suchtfaktor, nicht wahr?! Ich habe bereits 2 Gläser verschenkt und eine Menge eingefroren, damit ich ganz schnell eine Zitronentarte damit zaubern kann :-)
      Lg Barbara

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  4. Mmmmh - bei mir bleibt zwar selten Saft übrig, und wenn, dann wird er mit Wasser verdünnt erwärmt, gesüßt und getrunken - vor allem im Winter - aber das Rezept werde ich einfach mal versuchen, denn es hört sich lecker an. Vielleicht ein paar Scones dazu gebacken?

    Gruß
    Llewella (die derzeit ab und an mal im Ort D. Ist)

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    1. Ich trinke auch ab und zu Zitronensaft, im Winter aber eher in Tee, liebe Llewella. Meld dich doch einfach mal, wenn du wieder um die Ecke bist, meine Kontaktdaten hast du doch ... hatte ich ja schon mal wegen des Sauerteigs eingeladen :-) Scones habe ich keine gebacken, aber sicher demnächst, auch hier für mein Blog.
      Liebe Grüße
      Barbara

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  5. Una perfecta crema de limòn muy bien hecha me encanta,abrazos.

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  6. Hallo Barbara,

    habe vor Kurzem, angeregt durch dein Rezept, zum ersten Mal Lemon Curd selbergemacht und es ist auf Anhieb super gelungen. Bei den Zutaten bin ich ein wenig abgewichen und habe nach einem Rezept von "Kochchef" Jockel sehr wenig Butter ( die ich direkt miterhitzt habe ), etwas weniger Zucker und kein Stärkemehl verwendet.
    Ich war etwas unsicher, wie sich die Butter nach dem Erhitzen geschmacklich verändert, ob sie nicht leicht ranzig wird, was ich überhaupt nicht mag; obwohl ich frischen Buttergeschmack liebe.

    Sicherheitshalber habe ich es im Wasserbad gemacht, da ich mir nicht sicher bin, ob das Erhitzen auf niedriger Stufe bei Induktion zuverlässig ist, da ja in Intervallen aufgeheizt wird und man eigentlich keine
    100%ig konstante Hitze hat wie bei einer normalen Herdplatte oder Gasherd. Vielleicht fehlt mir da aber auch noch die nötige Erfahrung.

    Ich habe mir für diesen Zweck mal bei Gelegenheit eine einfache Edelstahlschüssel mit Rand besorgt (gibt es für kleines Geld bei einigen Haushaltsdiskountern), die so in einen meiner Töpfe passt, dass der Rand der Schüssel auf dem Topfrand aufliegt. Unter der Schüssel ist dann noch Platz für ca. 2cm Wasser, sodass der Schüsselboden über dem Wasser im Dampf hängt.
    Das funktioniert perfekt und ich kann die Masse dann auch unbekümmert etwas länger schlagen, empfohlen
    werden nach dem Andicken noch 5min, um die Salmonellengefahr zu bannen, vor der man auch bei Bio-Eiern nicht 100%ig sicher sein kann.
    Ich habe dann auch immer wieder mal nachgeschaut, ob das Wasser nicht zu heiss wird und entsprechend
    runterreguliert.
    Mit dem Ergebnis bin ich seeehr zufrieden: wunderbar zitronig, nicht zu süß, stichfeste fluffige Konsistenz.
    Viiiiiiel besser als jedes gekaufte. "Jockel" macht es inzwischen auch schon mal ganz ohne Butter, wie er in einem der Kommentare schreibt.

    Vielen Dank liebe Barbara für die tolle Anregung.

    Sonnige Grüße
    Brigitte

    PS: Ich habe das Lemon Curd von 150 ml Zitronensaft, 2TL( die Mengenangabe fand ich hilfreich, da Zitronen recht unterschiedlich groß sind) abger. Zitronenschale und 1gestr. Eßl Butter gemacht.
    Das ergab von der Gesamtmenge ein großes Marmeladenglas.
    Hergestellt habe ich es vor ca. 4 Wochen und ein kleiner Rest schmeckt noch immer einwandfrei.
    Allerdings tritt jetzt der Ei-geschmack ein wenig hervor.





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    1. Wow, das ist aber ein superlanger Kommentar, liebe Brigitte. Entschuldige, dass ich erst heute darauf antworte! Ich finde es klasse, dass Du so ausführlich über alles berichtest, so können meine Leser auch super davon profitieren. Grins, das ist ja fast eine wahre Doktorarbeit, wie Du da drangegangen bist ;)
      Wie gesagt, wenn ich Lemon Curd länger aufbewahren möchte, friere ich es ein. Das kommt prima raus nach dem Auftauen.

      Ganz liebe Grüße von
      Barbara

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    2. Ja! Gut dass Du noch mal darauf hinweist, dass sich Lemon Curd gut einfrieren lässt.
      Ich hatte schon überlegt, es auch für unseren Weihnachtsbasar herzustellen (wäre ja mal
      echt eine Abwechslung, aber wegen der Salmonellengefahr natürlich auch ein wenig heikel ), dann aber aufgrund der kurzen Haltbarkeit wieder verworfen.


      Ob man es auch direkt im Glas einfrieren könnte?
      Manche machen das mit ihrer Erdbeermarmelade, damit sie schön rot bleibt und versichern, dass das die Gläser aushalten, wenn man sie nicht zu voll macht.

      Meine Mutter hat im Keller noch einen kleinen Gefrierschrank stehen, den >ich< hauptsächlich benutze, wenn meiner "überläuft" oder Torten auf Vorrat gebacken werden müssen.
      Ich glaube, ich werde das dort mal ausprobieren, da er zur Zeit fast leer ist.
      Werde dann berichten, ob's gut gegangen ist ;-)))










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    3. Da ich immer in das Kommentarfeld schreibe, bemerke ich gar nicht, wie lang er letztendlich wird.
      Die Vorschaufunktion ist da auch nicht wirklich hilfreich, jedenfalls nicht bei meinem Tablet.
      Auf dem Tablet-PC zu schreiben ist auch eigentlich recht nervig, aber man kann es sich dabei so schön gemütlich machen =)


      Es grüßt Dich ganz herzlich
      Brigitte

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