Freitag, 11. November 2011

Hühnersuppe nach "Großmutters Art" --- "Wünsch-Dir-Was" oder "Ist denn jetzt schon Weihnachten?" . . .

. . . nein, es sind noch gut 6 Wochen bis dahin, aber Renate Richter, eine fleißige Leserin meines Blogs, hat sich vor einiger Zeit gewünscht: "Barbara, kannst du nicht einmal eine Hühnersuppe kochen, wie sie meine Oma immer gemacht hat und darüber schreiben?" Und diesen Wunsch habe ich jetzt eeendlich mal erfüllt.




Abgesehen davon, dass eine Hühnersuppe oder auch Hühnerbrühe als Flüssigkeitsbasis für viele weitere leckere Gerichte verwendet werden kann, z. B. für Nudelsuppe oder zum Aufgießen von Soßen, ist sie so heiß wie möglich getrunken ein uraltes Hausmittel bei Erkältungen, vor allem der oberen Atemwege, und erleichtert auch das Schwitzen bei Grippe und kräftigt den geschwächten Körper. Diesen Effekt kann man steigern, indem man z. B. ein Stück Chili, Ingwer mitkocht. ("wärmen von Innen")

Zutaten für die Hühnerbrühe (Suppenbasis):
1 Suppenhuhn vom Geflügelhändler deines Vertrauens
1 Stange Lauch/Porree (das Dunkelgrüne, der Rest wird für Nudelsuppe weiterverwendet)
2 - 3 Karotten je nach Größe
1 Scheibe Knollensellerie ca. 150 g
2 Zwiebeln
2 Knoblauchzehen
5 - 8 Wacholderbeeren
ein kleiner Bund Petersilie (aufgeteilt in Stängel und Blätter)
2 Lorbeerblätter
ca. 3 EL Salz
5 - 8 schwarze Pfefferkörner
ca. 3 - 4 Liter Wasser

Unbedingt einen großen Topf (ca. 4 - 5 Liter Fassungsvermögen) verwenden.

Das Suppenhuhn waschen, ich lasse alles Fett dran, das macht die Brühe besser. Sollte es später doch zu viel sein, kann man es nach dem Kochen immer noch abschöpfen oder einen Teil des festgewordenen Fetts nach einer Nacht im Kühlschrank entfernen.

Zwiebel leicht säubern, je nach Größe längs vierteln oder sechsteln, mit Schale in einer Pfanne ohne Öl rösten, bis sie rundherum Farbe genommen haben. Das bringt einen guten Geschmack und etwas Farbe in die Brühe. Abkühlen lassen.


Huhn in den Topf geben.

Das Grün des Lauchs abschneiden, längs halbieren, gründlich waschen, in grobe Stücke schneiden oder einfach durch Gegeneinander verdrehen auseinanderreißen, Karotten schälen, in 1 - 2 cm große Stücke schneiden, Schale vom Sellerie abschneiden, in größere Würfel schneiden. Knoblauch schälen, etwas kleinschneiden. Die Blätter von der Petersilie zupfen, beiseite legen, die Stängel werden zum Huhn gegeben.

Lauch-, Karotten-, Selleriestücke, Zwiebel und restliche Zutaten zum Huhn in den Topf geben.

Und jetzt kommt das Wichtigste für eine gute und vor allem klare Brühe:

Den Topf mit kaltem Wasser auffüllen, bis er ein gutes Stück unter den Rand gefüllt ist. Jetzt die Suppe bis zum Kochen bringen, dann die Temperatur rechtzeitig so herunter regeln, dass das Ganze vor sich hin simmert, nicht sprudelnd kocht! Eventuell entstehenden Schaum abschöpfen. Garzeit ca. 2 Stunden.

Danach die Flüssigkeit über ein Sieb in einen anderen Topf abgießen. Petersilienblätter noch kleinhacken, zur Brühe geben, abschmecken, evtl. noch nachwürzen. Das verkochte Gemüse kommt in den Kompost.


Die Haut vom Suppenhuhn abziehen (und an die Katze verfüttern :-) , nun kann das Huhn sehr leicht entbeint werden. Das weiße Fleisch des Suppenhuhns in kleine Stücke schneiden, es ist eine tolle Beigabe zur Brühe, bzw. zu einer reichhaltigen Nudelsuppe. Fleischreste, die nicht so schön für's Auge oder zu fett sind, sind ein Festmahl für unsere Katze, die wartet immer schon neben mir, bis ich damit fertig bin. Die Knochen wandern in den Müll.

Tipp: Wenn man statt einem Suppenhuhn Rindfleisch und Markknochen verwendet, erhält man eine auf die gleiche Art und Weise eine tolle Rinderbrühe.


Und so kocht man aus der Hühnerbrühe eine leckere, gesunde Nudelsuppe:

Hühnersuppe mit Schnittnudeln

Zutaten für 6 Personen:
ca. 3 l Hühnerbrühe (oder Gemüsebrühe selbstgemacht * * *)
zerkleinertes Hühnerfleisch
1 Karotte
1 Stück Knollensellerie
1 Stange Lauch/Porree (oder den hellen Lauchrest aus dem Rezept oben)
1 Dose stückige Tomaten (ca. 400 g)
evtl. Erbsen etc.
ca. 350 g Suppennudeln nach Wahl (Menge richtet sich auch danach, ob man viele Nudeln in die Suppe, also sie also als Hauptspeise als eine Art Eintopf essen möchte)


Karotte und Sellerie putzen, in kleine Stifte hobeln oder in Würfel schneiden, Lauch in halbe Ringe schneiden. Brühe zum Kochen bringen, das Hühnerfleisch und das Gemüse darin ca. 3 min kochen, zum Schluss die Dosentomaten zufügen, aufwallen lassen, fertig.

Die Tomaten bringen richtig Pepp in die Suppe, keine Angst, sie wird nicht zu rot, sondern sie geben der Suppe einfach eine tolle Farbe. Und das ist DER Geheimtipp für meine Nudelsuppe! Ja, ich verrate es dir hiermit. Du kannst dir sicher sein, ich habe es mir lange überlegt. Von Gästen, die bei mir Nudelsuppe essen, fragt immer jemand: "Was hast du denn da drin, die Suppe schmeckt ja super! Ganz anders als andere Suppen." Und sie führen den tollen Geschmack nie auf die Tomaten zurück. :-)

Ganz wichtig: Suppennudeln musst du immer separat in Salzwasser (ich nehme 1 gestrichener EL Salz pro Liter) kochen, weil die Nudeln durch die auskochende Stärke die Brühe trüben würden. und das wäre ja echt schade. Also stelle ich immer parallel gleich den Nudelkochtopf zum Kochen an, damit die Nudeln fertig sind, wenn das Gemüse in der Brühe gekocht ist.

Außerdem gebe ich nie alle Nudeln komplett in die Brühe, wenn voraussichtlich Suppe überbleiben wird, da die Nudeln sonst zu matschig aufquellen, bis man wieder Suppe essen will. Ich reiche sie separat oder nehme nur so viel von der Brühe, wie sicher gegessen wird, und gebe ausreichend Nudeln hinein.

Übrige Nudeln hebe ich in einer Vorratsdose im Kühlschrank auf, vermenge sie vorher mit ein bisschen Olivenöl, damit sie nicht verkleben und am nächsten Tag besser heraus zu löffeln sind.

Beim Suppenreste-Essen erhitze ich einfach die übriggebliebene Suppe auf dem Herd. Sobald sie zu kochen beginnt, gebe ich die kalten Nudeln hinein, erhitze alles bis kurz vor dem erneutem Aufkochen und serviere dann sofort die Suppe.

Hühnersuppe mit Buchstabennudeln - besonders bei Kindern beliebt


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Falls man keine selbstgekochte Brühe haben sollte, kann man natürlich *beide Augen zudrück* auch auf ein gutes BIO-Fertigprodukt von "gekörnter Brühe" zugreifen, diese nach Anleitung anrühren und wie oben verfahren.

Übrigens:

* * * haltbare Suppenwürze (ohne Geschmacksverstärker !!! ) kann man ganz toll selbst aus einer Mischung verschiedenster Gemüsearten herstellen. Es gibt sehr einfache Methoden, diese - neben dem Einfrieren von fertig gekochter Brühe - auf Vorrat vorzubereiten:

1. aus rohem, stark zerkleinerten Gemüse, mit Salz haltbar gemacht
2. aus getrocknetem, fast staubfein zerhächseltem Gemüse, mit Salz haltbar gemacht

Das gibt demnächst einen extra Beitrag.

Kommentare:

  1. O ja, so ein heißes Süppchen schmeckt um diese Jahreszeit!
    Meine Männer mögen nicht immer Fleisch in der Suppe, dann mache ich aus dem weißen Fleisch, vermischt mit Ananas, Curry, Mayo,Naturjoghurt einfach einen Hühnersalat.
    Lass dir liebe Grüße da, Anneliese

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  2. Liebe Anneliese,
    meine Männer sind Fleischliebhaber, da bleibt nie Suppenfleisch über, und gleich danach stellt sich der Kater an. Aber ein Geflügelsalat ist schon was Leckeres, da muss ich eben ein extra Huhn kochen.
    Bis bald mal wieder! Barbara

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  3. So eine Hühnersuppe ist wirklich was gutes und baut auf, besonders jetzt, in der kalten Jahreszeit!
    Dein Rezept klingt wieder sehr verlockend Barbara!
    Ich habe auch gerne Fleisch in der Suppe!
    Meine Großmutter hat immer so viele Nudeln eingekocht, da blieb der Löffel stecken!
    LG Edith

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  4. Liebe Barbara,

    ich glaube, dass ist jetzt der neueste Trend, dass man die Rezepte bei den Bloggern und -innen bestellen kann.

    Es grüßt mit dem Nudelholz

    Martin

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  5. Hallo Barbara - danke danke für das Rezept und die wunderschönen Bilder. Genau diese Suppe meinte ich. Bei mir gehören noch 4 Nelken und ein paar mehr Pfefferkörner rein (falls keine Chillischote zur Hand).

    Mein "Revanche-Rezept" trau ich mich denn doch nicht, hier zu benennen - Du darfst es gern verwerten.

    @Martin - warum soll ich etwas machen, was BB viel besser kann? Wenn ich ein schnödes Rezept weitergebe oder wenn ich auf einen tollen Blog verweise: wem mache ich mehr Lust aufs Nachkochen?

    Allzeit guten Appetit wünscht
    Renate

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  6. @ Re, danke für deine Anregung mit den Nelken, muss ich mal probieren. Und was hast du gegen das Wort "Gockelsperma"? Gibt schlimmeres. Werde ich bestimmt ausprobieren. Auch allzeit guten Appetit! :-)

    @ Martin, "wünsch dir was" gibt's nicht pauschal, das muss schon in meinen Kochalltag reinpassen. Bietest du das auch an? Ach neee, du willst ja einen Internethandel für deine wunderbaren Weihnachtsplätzchen aufbauen ... :-) Du weißt ja nicht wer "BB" ist. Nein, nicht Brigitte Bardot, sondern meine Signatur unter Emails an Freunde: Bussi Barbara (BB) *grins*
    Solange du nicht zuschlägst mit deinem Nudelholz, grüße ich zurück mit meinem Kochlöffel ;-)
    Liebe Grüße von Barbara (BB)

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  7. Hier kommen Kindererinnerungen wieder hoch. Einfach lecker und richtig gesund. :) Einer meiner lieblings Suppen. Lieben Gruß aus dem Wellnesshotel Südtirol

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  8. Ich koche die Suppe ähnlich, schöpfe den Schaum nicht ab, weil er die Suppe klärt. Das Gemüse für die Nudelsuppe dünste ich in Butter an. Von meiner Oma habe ich das Rezept für Zwieback-Klöße. 1/4 Stück Butter, verflüssigen, etwas abkühlen lassen. 4 Eier mit dem Mixer kurz verrühren. Dabei die flüssige Butter einlaufen lassen. Ca. 1,5 - 2 gestrichene Teelöffel Salz, viel frisch geriebene Muskatnuss dazu. Jetzt gibt man gemahlenen Burger-Zwieback dazu (keinen Aldi-Zwieback, dann zerfallen die Klöße), bis die Masse dick cremig ist. Etwas quellen lassen, darum den Zwieback nach und nach hinein rühren. Wer Nocken abstechen möchte, macht den Teig weicher, wer Klöße formen möchte, kann ihn etwas fester machen. Diese Klöße dürfen in keiner Nudelsuppe fehlen. Auch mein Sohn macht sie jetzt für seine kleine Familie.
    Lieben Gruß Kathy

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    1. Liebe Kathy, danke schön für deinen Tipp mit den Zwieback-Klößchen, so haben meine Leser und ich wieder etwas Neues lernen können. Das Rezept ist so ähnlich wie das von Grießnockerln/-klößchen, eine gute Alternative und auch Resteverwertung von "altem" Zwieback :D

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Schön, dass Du Zeit auf meinem Blog verbringst, Vielleicht kann Dich das eine oder andere Rezept zum Nachkochen animieren, über Deine Rückmeldung oder Deinen netten Kommentar freue ich mich sehr :-)))
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